Wie mir scheint, schreibt der VDM-Verlag gerade mal wieder vermehrt Absolventen an und bietet ihnen eine Veröffentlichung ihrer Diplomarbeit an. Jeder denkt auch erstmal: “super” und “cool, ein Buch von mir von einem Verlag verlegt”
Bevor man sich dabei aber irgendwelchen Illusionen hingibt, hier mein persönlicher Rat dazu: Finger weg und die Emailanfrage unbeantwortet löschen! Der Verlag bietet nicht die Qualität, die gerade an Veröffentlichugen im Bereich Stadtplanung und Architektur notwendig sind. Ebenso fehlt das fachliche Verständnis für die Inhalte.
Qualität bedeutet:
- A4-Druck in Schwarz-Weiß
- Covergestaltung aus einem Bilderkatalog (verlagsintern) und nicht eine Abbildung aus der Arbeit
- Satz und Layout in einer wohl schlecht bedienbaren Onlinesoftware durch den Autoren
…
Da alles der Autor macht und der Verlag nur auf Bestellung liefert, ist auch schnell klar, warum den Autor eine Veröffentlichung nichts kostet. Dem Verlag entstehen ja auch keine unkalkulierbaren Kosten und bis auf die Emailanfragen auch kaum Arbeit.
Falls jemanden das egal sein sollte und er denkt “Ich würde die Arbeit sonst ja auch nicht veröffentlichen”, mag das auf den ersten Blick zutreffen und man denkt ein paar Euro wären doch auch nicht verkehrt. Dazu sollte man sich einfach kurz das Honorarmodell des Verlages ansehen:
- der Autor bekommt 12% des Verlagsumsatzes
- wenn dieser Betrag unter 10€ im Monat liegt, bekommt der Autor nichts
- zwischen 10 und 50€ gibt es einen verlagsinternen Büchergutschein
- ab 50€ bekommt man das Geld ausgezahlt
Jeder kann sich vorstellen wieviele Fachbücher (gerade noch von einem unbekannten Autoren) da im Monat verkauft werden, wo dann am Ende nichtmal die Qualität stimmt und die Bücher alle samt wieder zurückgeschickt werden.
Als Fazit abschließend nochmal “Finger weg!” und falls jemand wirklich denkt, seine Arbeit hat es fachlich verdient veröffentlicht zu werden, dann an einen anderen Verlag herantreten, der das ganze auch fachlich beurteilen kann oder aber man bietet das ganze z.B. bei Blurb selbst an. Bei der Werbung können wir dann in einem gewissen Grat eventuell auch helfen.
Hier noch ein paar andere kritische Erfahrungen.